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MACH’S MIR HEISS!

Text: DENISE DERFLINGER

Der Kaminofen ist nicht nur eine wunderbare Wärmequelle, sondern ein Blickfang, mit dem sich Räume ganz individuell einrichten lassen – von opulent bis minimalistisch.

Es prasselt und glüht, lodert und flackert – Heizen mit Holz liegt wieder voll im Trend. Neben behaglicher Wärme sorgen Kamin- und Kachelofen für Wohlfühlatmosphäre, Gemütlichkeit und – bei modernen Modellen – für ein gutes Gewissen, immerhin ist Holz ein nachwachsender Rohstoff. Und wenn‘s knistert, schlagen die Herzen der Wohnungs- und Hausbesitzer höher. Wir erklären die gängigsten Kaminarten und wissen, worauf es beim Heizen heute ankommt.

 

Geschichte des Feuers

Schon immer haben sich Menschen ums Feuer geschart. Kein Wunder, war dessen Wärme früher fürs Überleben ganzer Völker zuständig. Die Erfindung des Kamins wird aufs Mittelalter zurückdatiert, sein generelles Prinzip ist aber wesentlich älter. Das heutige Wort „Kamin“ stammt vom lateinischen Wort „caminus“, mit dem die Römer im Grunde jegliche Art von Feuerstätte, vom Lagerfeuer bis zum Schmelzofen, beschrieben. Die Feuerstätte für den Innenraum lässt sich ab 90 v. Chr. in Rom nachweisen – sie beheizte vor allem Thermen und die Villen reicher Römer. Im Mittelalter erlebte der Kamin seinen Aufschwung, nach und nach wurde er von der Mitte des Raumes an den Rand verlegt, dann zunehmend mit Lehm und Steinen ummauert und ab dem 14. Jahrhundert sogar verkachelt: der Kachelofen war geboren – und seither bis zu unseren modernen Modellen weiterentwickelt.

 

Der geschlossene Kamin

Ehemals offene Kamine wurden technisch zu geschlossenen Kaminen weiterentwickelt, wobei der Feuerraum durch eine feste Glasscheibe zum Raum abgegrenzt ist. Vorteil: Es entsteht kein Kaminrauch, die Luft bleibt frisch und die Gefahr eines Brandes wird minimiert. Der geschlossene Kamin verbreitet gemütliche Stimmung, allerdings kann er auch als zusätzliches Heizsystem dienen und sogar zur Heißwasserversorgung dienen.

 

Die freistehende Variante

Der Kaminofen, auch Schwedenofen genannt, wird mit Holz befeuert und wärmte den Wohnraum umweltfreundlich und nachhaltig. Der meist aus Stahlblech oder Gusseisen gefertigte Kaminofen ist mit einem Sichtfenster aus Glas ausgestattet, das einen Blick aufs lodernde Feuer gewährt. Das moderne Design setzt Räume individuell in Szene und da der Kaminofen meist nicht fest eingebaut ist, kann er auch nachträglich im Haus oder der Wohnung montiert werden. Allerdings gibt es einige Vorschriften zu beachten: So muss am Aufstellungsort für ausreichend Verbrennungsluft und für einen geeigneten Schornstein gesorgt sein.

 

Der Kachel- und Speicherofen

Der Kachelofen gilt bereits seit Jahrhunderten als eine sehr beliebte Wärmequelle. Wurde er früher mit Kacheln verbaut, die ein Ausdruck des Geschmacks, der Mode aber auch Statussymbol waren, haben sich heute weitere Materialien wie Metall, Stein oder Putz zur Gestaltung der Außenhülle etabliert. Durch die vielen Materialien ergeben sich unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten, somit kann man sich sein ganz eigenes Unikat erzeugen lassen. Die durch das Feuer entstehende Wärme wird gespeichert und nach und nach über mehrere Stunden an den Wohnraum abgegeben. Moderne Kachelöfen besitzen oft kleine bis mittelgroße Sichtfenster, die noch mehr Gemütlichkeit verströmen.

 

Klimaneutrales Heizen

Die Heizung ist der mit Abstand größte Erzeuger von CO2 im Haushalt. Die Verbrennung von Holz statt Öl oder Gas schont das Klima, immerhin wird bei der Verbrennung von Holz nur die Menge an CO2 frei, die das Holz im Laufe des Lebens gebunden hat. Allerdings steht auch Holz in der Kritik: Es wächst zu langsam, um klimaneutral zu sein und setzt viel Feinstaub und Ruß frei. Deswegen wird ein immer größeres Augenmerk aufs „saubere Heizen“ gelegt, „grünes Gas“ soll kommen und Lösungen, die wirklich Klimaneutral sind. Deswegen tun Haus- und Wohnungsbesitzer sich und der Umwelt Gutes, in dem sie zusätzlich erneuerbare Energien wie Solarthermie und Erdwärme nutzen, qualitatives Holz aus der Region kaufen, den Ofen richtig dimensionieren und richtig befeuern, den Kamin oder Ofen regelmäßig einer Wartung unterziehen und ihn nur dann einsetzen, wenn nötig.

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